Samstag, 7. März 2009

Bollywood bei B-Olly-Wood

Zum einjährigen Jahrestag meines Umzugs habe ich endlich die passende Dekoration für mein Wohnzimmer gefunden. Bei einem Streifzug durch die Hinterhöfe von Hauz Khas im Süden Delhis fand ich einen Laden für alte Bollywood Plakate. Aus einem hohen Stapel habe ich mich für "Kabli Khan" und "Dharti Maiyya" entschieden:

Samstag, 28. Februar 2009

Grenzkarneval

Während sich die beiden Atommächte Indien und Pakistan bis an die Zähne bewaffnet entlang ihrer Grenze belauern, findet an der Grenze in Attari jeden Abend eine Art Grenzschließungskarneval statt. Herausgeputzt wie die Gockel zelebrieren die Grenzsoldaten die Schließung der Grenze in einer perfekt abgestimmten Zeremonie. Alles unter der Aufsicht und dem Applaus von mehreren Tausend Indern und Pakistani. Für dieses Spektakel haben beide Länder ein Stadion errichtet, in der Mitte getrennt durch das Grenztor. 

Das Vorprogramm:
Ein Olli-Pocher-Verschnitt heizt auf der indischen Seite die Menge ein. Zu patriotischer Musik dürfen indische Frauen mit der Fahne vor der Tribüne entlanglaufen. Erste Rufe der Begeisterung erschallen aus dem Publikum. 

Dann: von pakistanischer Seite klingt Popmusik über die Grenze. Diese Provokation kann nicht unbeantwortet bleiben, schließlich ist Indien das Heimatland Bollywoods. Die Lautsprecher werden bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit aufgedreht, Dutzende Inderinnen tanzen jetzt auf der Straße vor dem Tor.


Das Hauptprogramm:
Auf beiden Seiten der Grenze treten die Soldaten zur offiziellen Grenzschließung an. Indische und pakistanische "Verteidiger des Vaterlandes" paradieren vor dem Tor, knallen ihre Absätze auf den Asphalt und schauen ihren "Gegnern" ganz, ganz böse in die Augen. Olli Pocher feuert die Menge mit immer neuen "Hindustan!" Rufen an, begeistert erklingt die Antwort "Autofahr'n". Von der anderen Seite der Grenze erklingen immer wieder "Pakistan! Kühe, Kühe" Rufe - vielleicht muß ich noch etwas an meinem Hindi arbeiten?



Nach einer Stunde ist das ganze Spektakel vorbei, bis zum nächsten Tag.

Dienstag, 24. Februar 2009

Geht nicht gibt's nicht!

Immer wieder überraschend ist der Einfallsreichtum indischer Handwerker. Eine Laterne steht zu nahe an der Fassade? Kein Problem, der Laternenmast wird einfach in den Balkon integriert:



Aber warum es nicht möglich ist, Fenster zu bauen die dicht sind, bleibt ein Rätsel...


Montag, 23. Februar 2009

Noch'n langes Wochenende

Shivas Geburtstag am Montag gab mir Gelegenheit für einen weiteren Ausflug, diesmal nach Amritsar, der heiligen Stadt der Sikhs. Leider hat meine Kamera den Besitzer gewechselt, deswegen gibt es bis auf weiteres nur Handy-Fotos und Videos. In Kürze mehr.

Donnerstag, 19. Februar 2009

Erdkunde: mangelhaft

Heute kam ich auf die Idee, unsere Projekte auf einer Karte darstellen zu lassen. Schließlich arbeiten wir mit Kollegen von der ganzen Welt zusammen, da kann man schnell eine Weltreise im Kopf zusammenstellen. Gesagt, getan: Ich bat unsere Assistentin, heute Schweden und Bangladesch auf der Karte zu markieren. Daß Schweden eine Herausforderung werden könnte, habe ich mir schon fast gedacht. Ein Land, das weniger Einwohner als ein mittlere indische Stadt hat? Wer soll sich das denn merken.  Als sie mich aber nach Bangladesch fragte, war ich dann doch überrascht, schließlich war Bangladesch bis zur Unabhängigkeit Teil von Britisch Indien und Bangladeschi gelten immer noch als die armen Vettern von nebenan, sozusagen die Österreicher Indiens.

Aber mit mangelhaften Erdkundekenntnissen konnte man bis vor kurzem ja sogar US Präsident werden.

Samstag, 31. Januar 2009

Krise? Was für eine Krise?

Während die Regierungen der westlichen Welt besorgt auf den Einfluß der Finanzkrise auf das Konsumverhalten ihrer Bürger blicken, scheint die Welt des Konsums in Indien noch in Ordnung: Ein Laden in Delhi darf sich jetzt mit dem Titel "höchste Miete pro Quadratmeter - weltweit" schmücken. Ein ca. 12m2 "großer" Laden hat eine monatliche Miete von fast 20.000€ erzielt. Damit ist die Miete 20% höher als für einen vergleichbaren Laden auf der 5th Avenue und doppelt so hoch wie auf den Champs Elysées.

Hat da jemand "Rezession" gesagt?

Dienstag, 27. Januar 2009

Die wahre Rheinpromenade

Blauer Himmel, Frühstück auf der Dachterrasse, die Sonne spiegelt sich im Ganges während Pilger ein rituelles Bad nehmen: Varanasi, eine der ältesten Städte der Welt. 

Wer hier stirbt, kann den ewigen Kreislauf der Wiedergeburt aufhalten, wer ein Bad im Ganges nimmt, verbessert zumindest seine Chancen auf ein besseres Schicksal im nächsten Leben - glauben zumindest die Hindus. Entlang des Ganges reihen sich die Badestellen, die Ghats: Düsseldorfer können sich Varanasi wie eine indische Version der Rheinpromenade vorstellen, allerdings mit ein paar kleinen Änderungen im Detail: statt Schickimicki Hündchen laufen Kühe auf der Promenade, statt Champagner wird Chai angeboten und statt nach Chanel riecht es eher ländlich. Und weil Varanasi größer als Düsseldorf ist, ist seine Promenade auch deutlich länger.

Varanasi Ghats

Montagmorgen war ein besonders glücksverheissender Augenblick für ein Bad: Neumond und eine teilweise Sonnenfinsternis. In Scharen kamen die Gläubigen angereist für diesen Augenblick, ein Gewirr von bunten Saris umgibt die wenigen Touristen - Indien für Fotografen.

Varanasi Montagmorgen

Und dann gibt es doch einen etwas größeren Unterschied: die burning Ghats. Hier werden die Toten von Ihren Angehörigen verbrannt. In kurzen Abständen tragen die Angehörigen ihre Toten durch die engen Gassen der Altstadt, gehüllt in ein Leinentuch. Die Verbrennungen finden direkt neben den normalen Ghats statt, das Brennholz liegt in hohen Stapeln bereit. Nur wenige Meter weiter wird gebadet oder Wäsche gewaschen. Der Tod gehört zum Leben dazu - Indien für Fortgeschrittene.

Varanasi Burning Ghats

In der Innenstadt hat sich wahrscheinlich in den letzten 20 Jahren nur wenig verändert. Die Klingeln der Fahradrikschas übertönen noch die Hupen der Autos - Indien für Nostalgiker.

Varanasi Straßenszenen

Und es gibt noch einen weiteren Unterschied zu Düsseldorf: als heilige Stadt ist Varanasi trocken und es gibt kein Bier in der ganzen Stadt!

Montag, 26. Januar 2009

sneak preview

Gesättigt von klimatisierter Wohnung und Großraumbüro habe ich mich an diesem Wochenende auf die Suche nach dem "echten Indien" begeben - und bin fündig geworden. Vorab ein paar Eindrücke im Film, mehr folgt in Kürze.


"finde die Kuh":

Freitag, 9. Januar 2009

Sorry no petrol

Während Europa besorgt auf die Gasventile in der Ukraine schaut, gibt es hier ein ganz ähnliches Problem: Das Personal in den wichtigsten Raffinerien Indiens ist im Streik. Heute morgen bei der Fahrt ins Büro fiel es mir auf: wesentlich weniger Autos auf den Straßen - die standen nämlich in langen Schlangen vor den wenigen Tankstellen, die noch nicht ausverkauft hatten:

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Zum Glück hatte ich noch vorgestern vollgetankt und dieses Schild konnte mich - noch nicht- beunruhigen. 

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Inzwischen ist der Streik beendet - freie Fahrt für freie Bürger! 

(Fotos von Hindustan Times)