Samstag, 5. September 2009

Showing off

Einer der Grundbegriffe zum Verständnis des modernen Indiens: Showing off - Angeben. Wer's hat, der zeigt's auch. Wozu hat man sonst die Kohle?

Einer der derzeit besten Orte für weitere Beobachtungen: Zest, das neue Restaurant in Asiens(!) selbernannter "finest luxury destination". Oder einfach "The place to be" für die Schönen, die Reichen und die, die sich dafür halten. Armani, Cartier, Versace und Co bieten ihre Waren an. Wer auf Schnäppchen hofft, kann sich die Anreise sparen: die Königsallee ist preiswerter.

Ab acht Uhr beginnt das Schaulaufen im Zest. Die Damen, je nach Alter, im feinen Sari oder im kniekurzen Kleidchen mit freien Schultern - für Indien ist das atemberaubend. Dazu Make-up im Gegenwert des Monatseinkommens ihrer Maid. Die Herren sind eher lässig gekleidet, am Handgelenk dafür gerne eine Breitling oder andere Produkte aus schweizer Präzisionsmechanik. Vor der Tür stehen BMW (natürlich nur die M-Serie), Porsche, Bugatti.

Und mittendrin: Ein paar lästernde Expats in Freizeitkleidung...

Mittwoch, 2. September 2009

Montag, 31. August 2009

Spiel, Satz und Match

Nanu, Tennisspielen im Supermarkt?



Weit gefehlt, die junge Dame ist als Fliegenfängerin beschäftigt: Der "Tennisschläger" steht unter Hochspannung, bei jedem Matchball lässt eine Fliege mit einem kurzen "bzzzt!" ihr Leben hinter sich.

Sonntag, 16. August 2009

Gotteslästerung

Bei der bloßen Erwähnung seines Namens werden Frauen weltweit ohnmächtig: Shah Rukh Khan - SRK. Sein Hüftschwung hat unzählige Bollywood Filmen zu Blockbustern gemacht.

Eine ganz andere Wirkung hatte sein Name auf den Beamten der US Einwanderungsbehörde am Flughafen von Newark: "Your name is Khan? Please step aside for a secondary interview". Mit seinem muslimischen Namen war er im Netz der amerikanischen Terrorfahndung hängengeblieben. Daß seine Kollegen den Filmstar erkannten, beeindruckte den Beamten kein bißchen - Dienst ist Dienst. Nach mehr als einer Stunde durfte SRK endlich einreisen. Die indischen Zeitungen bringen den "Skandal" auf der ersten Seite, der Botschafter der USA in Indien versucht die Wellen zu glätten.

SRK hat übrigens gerade die Dreharbeiten für seinen neuesten Film "My name is Khan" abgeschlossen. In dem Film geht es um die Erfahrungen eines Muslims in den USA mit der Fahndung nach ethnischen Merkmalen.

Freitag, 14. August 2009

Imageprobleme

Für moderne Inder gibt es nichts wichtigeres als einen hellen Teint: Wer blaß ist, strahlt beruflichen Erfolg aus. Die Werbepausen im Abendprogramm sind gefüllt mit hautaufhellenden Produkten großer Kosmetikmarken - die gleichen Marken preisen in Europa selbstbräunende Crèmes an.

Manchmal treibt die Angst vor ein wenig Bräune seltsame Blüten: Ein Kollege hat von seiner Frau den Auftrag bekommen, vor der Urlaubsreise auf jeden Fall noch Sonnencrème einzukaufen. Die Reise geht nach ... Finnland!

Samstag, 1. August 2009

Deutsch für Expats

Reisen bildet, und im Ausland Arbeiten erst Recht: So lernt man nicht nur fremde Sprachen, sondern auch vollständig neue Wörter in der eigenen Muttersprache.

Diese Woche habe ich meine deutsche Steuererklärung für 2008 erhalten, darin tauchte der Begriff "Welteinkommensprinzip" auf: Peer Steinbrück verschiebt mein deutsches Einkommen in den oberen Bereich der Steuerprogression, weil mein "weltweites Einkommen" auch mein indisches Gehalt berücksichtigt. Und schon hält Peer die Hand auf und fordert eine saftige Nachzahlung.

Und es geht dabei um mehr als den Gegenwert einer einzelnen Tafel Schokolade...

Donnerstag, 23. Juli 2009

Werbepause

Zeit für eine kurze Unterbrechung:



Mittwoch, 22. Juli 2009

SoFi

Erinnert sich noch jemand an die Sonnenfinsternis 1999 in Deutschland und die albernen Sofi-Brillen? Heute morgen zog eine Sonnenfinsternis über große Teile von Indien:


Irgendwie habe ich mir die weisen Männer Indiens anders vorgestellt...

Sonntag, 19. Juli 2009

Bijli chali gayee

Zu den Geräuschen an die man sich schnell gewöhnt, gehört das Brummen und Knattern von Stromgeneratoren. Zu jeder Tages und Nachtzeit liegt das Brummen in der Luft, ganze Neubaugebiete werden ausschließlich über Stromgeneratoren versorgt weil die Stromversorger mit dem Ausbau der Netze nicht hinterherkommen. Da bleibt natürlich keine Zeit, für eine "ordentliche" Installation:

Hochspannungskabel werden auch schon mal einfach mit Wickeldraht zusammengeknotet:

"Bijli chali gayee" heißt übrigens "Der Strom ist ausgefallen" und ist ein häufig gebrauchter Satz.

Donnerstag, 9. Juli 2009

Monsun

Letzte Woche entlud sich die Hitze in einem Gewitter, Tunnel wurden überflutet, der Flughafen gesperrt, Keller liefen voll. Hier ein Bild aus meiner Tiefgarage - in Düsseldorf:


Nordindien wartet immer noch verzweifelt auf den ersten Monsunregen.