Montag, 14. Dezember 2009

Indien auf dem Weg ins 21. Jahrhundert

Vor ein paar Tage bat ein Mitarbeiter um ein paar Tage Urlaub wegen "persönlicher Angelegenheiten". Heute morgen kam er wieder ins Büro, frisch verheiratet: Die Hochzeit fand gegen den Widerstand der Brauteltern statt: Braut und Bräutigam gehören verschiedenen Kasten an. Als "Gupta" gehört der Bräutigam zwar zur höchsten Kaste der Brahmanen, die Braut ist aber als Manglik an einem Tag geboren, als der Mars im zweiten, vierten, siebten, achten oder zwölften Haus des Aszendenten stand und somit eine tödliche Gefahr für einen nicht-Manglik Ehemann - so sehen es zumindest die konservativen Brauteltern. Möglicherweise habe ich nicht Alles richtig verstanden, die Brauteltern haben aber ihre Tochter verstoßen und wollen nichts mehr mit ihr zu tun haben.

Alles Gute für die Jungvermählten, egal was der Mars sagt!

Sonntag, 13. Dezember 2009

Montag, 23. November 2009

Tigerpirsch

In der Nähe von Kajuraho liegt der Panna Nationalpark. Bei der letzten Zählung gab es dort noch mehr als 30 Tiger. Die Luft ist für Bewohner von Delhi ungewohnt frisch, und ohne das permanente Hupkonzert kann man sogar Vögel singen hören. Die beste Zeit zur Beobachtung von Tigern ist am frühen Morgen, kurz nach Sonnenaufgang. Und nachdem wir den Park kreuz und quer durchsucht hatten, kam die Belohnung: Im hohen Gras kaum zu erkennen, aber der schwarz-gelbe Ringelschwanz verriet ihn (oder sie?): Ein Tiger!!

Noch mehr Tigerfotos gibt es hier:

Mittwoch, 18. November 2009

Kunstgeschichte

In der Mitte Indiens liegt Khajurao. Dort haben vor 1000 Jahren die Chandelas Dutzende von Tempeln errichtet. Warum sich die Chandelas ausgerechnet Khajurao aussuchten, hat sich im Laufe der Jahrhunderte verloren. Heute sind die Tempel eine Attraktion für alle Indienreisenden - von allen Besuchern wird die herausragende Handwerkskunst der Erbauer gelobt, die mit großer Liebe zum Detail Szenen aus dem Alltag darstellten:

Für manche Besucher sind die Darstellungen "lehrreich", wer hätte gedacht, daß Pferde nicht nur zum Reiten genutzt wurden:

Für die kunstgeschichtlich interessierten Leser gibt es hier noch weitere plastische Darstellungen:

Frischluft

Es ist Winter in Delhi, die Temperaturen steigen tagsüber nur mit Mühe über 25 Grad, nachts fallen die Temperaturen bis auf 15 Grad. Neben den Temperaturen hat sich aber auch die Luft verändert: es riecht nach Winter. Winter? Riechen? Wer in den 90er Jahren in Osteuropa war, weiß wovon ich rede: ein leicht fauliger Geruch, verbunden mit trüber Sicht in Bodenhöhe.

Die durchschnittliche Feinstaubbelastung in Delhi liegt bei über 200µg, bei 50µg können deutsche Städte Fahrverbote verhängen. Aber ab April wird alles besser: Dann gibt es in Delhi nur noch "Ultra low Sulphur Diesel", dessen Schwefelgehalt nur noch 50 ppm (parts per million) betragen soll. Im Vergleich zu den heute üblichen 350 ppm hört sich das nach einer großen Verbesserung an - der internationale Grenzwert liegt allerdings bei 15 ppm...

Dienstag, 10. November 2009

Rasen betreten verboten!



...von Schlafen verboten steht da nichts.

Samstag, 17. Oktober 2009

Sonntag, 11. Oktober 2009

Begriffe des Alltags: "dicht" (2)

Vor wenigen Wochen hat Indien sein erstes Atom U-boot in Dienst gestellt.


Hoffentlich wurde es nicht vom selben Hersteller wie unsere Kaffeebecher geliefert.

Samstag, 3. Oktober 2009

Wachstum

Choice plus, size plus:


Nicht nur die Wirtschaft wächst in Indien mit 6-8% jährlich, offensichtlich auch die Konfektionsgrößen.

Samstag, 5. September 2009

Showing off

Einer der Grundbegriffe zum Verständnis des modernen Indiens: Showing off - Angeben. Wer's hat, der zeigt's auch. Wozu hat man sonst die Kohle?

Einer der derzeit besten Orte für weitere Beobachtungen: Zest, das neue Restaurant in Asiens(!) selbernannter "finest luxury destination". Oder einfach "The place to be" für die Schönen, die Reichen und die, die sich dafür halten. Armani, Cartier, Versace und Co bieten ihre Waren an. Wer auf Schnäppchen hofft, kann sich die Anreise sparen: die Königsallee ist preiswerter.

Ab acht Uhr beginnt das Schaulaufen im Zest. Die Damen, je nach Alter, im feinen Sari oder im kniekurzen Kleidchen mit freien Schultern - für Indien ist das atemberaubend. Dazu Make-up im Gegenwert des Monatseinkommens ihrer Maid. Die Herren sind eher lässig gekleidet, am Handgelenk dafür gerne eine Breitling oder andere Produkte aus schweizer Präzisionsmechanik. Vor der Tür stehen BMW (natürlich nur die M-Serie), Porsche, Bugatti.

Und mittendrin: Ein paar lästernde Expats in Freizeitkleidung...