Montag, 1. Februar 2010

Wohnen in Mumbai

Die Einen leben so:



Die anderen so - hier das Anwesen von Amitab Bachhan, oder einfach "Big B", einem der Bollywood Superstars:



Und Manche leben so:



Das Hochhaus mit den großen Balkonen ist das Heim der Familie von Mukesh Ambani, einem der zehn reichsten Männer der Welt. Dieses bescheidene Heim mit 27 Stockwerken muß sich Mukesh mit seiner Frau und seinen drei Kindern teilen, sowie mit dem Personal und dem Personal des Personals. Sechs Etagen sind alleine für den Fuhrpark vorgesehen.

Übrigens taucht Mukesh auf der Liste der 200 größten Steuerzahler Indiens nicht auf - wer so viel Geld in seim Heim investiert hat natürlich keine Reserven für die Finanzierung von so banalen Dingen wie Schulbildung für die Bevölkerung.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Please select a language (2)

Bekommt man eigentlich viel Geld für den Job als EU Energiekommissar? Sehr viel? Und benötigt man irgendeine Qualifikation dafür?


So embarrassing!

Sonntag, 17. Januar 2010

Letzte Gelegenheit!

Auf der Suche nach einem ausgefallenes Accessoire für die Garten- oder Wohnzimmerdekoration?




Ich habe noch Platz in meinem Umzugscontainer, Bestellungen können noch angenommen werden - allerdings nur gegen Vorkasse

Please select a language

Wenn das mal so einfach wäre, von den acht Optionen des Geldautomaten kann ich gerade mal "English" lesen, bei den anderen Sprachen kann ich nicht einmal die Schrift entziffern. Ist Hindi die zweite von oben auf der rechten Seite? Oder vielleicht doch auf der linken Seite?


Indien hat neben Hindi und Englisch noch 21 weitere offizielle Sprachen, zu den bekannteren gehören Tamil, Punjabi, Urdu, Bangali und Kannada - die meisten davon haben eigene Schriften. Und nicht nur eigene Schriften: Während die bekannten Bollywoodfilme in Hindi gedreht werden, werden die Tamilen mit Filmen aus Kollywood versorgt (die Filmstudios sind in Kodambakkan bei Chennai und für die telugusprachlichen Inder gibt es Tollywoodfilme. Daneben gibt es unter anderem noch Lollywood (aus Lahore, Pakistan), Sandalwood (Kannadasprachige Filme aus Karnataka) und Dhallywood (aus Dhakar, Bangladesh).

Die Programmdirektoren von RTL2 können sich entspannt zurücklehnen, das Material für die nächsten Jahrzehnte dürfte gesichert sein.

Montag, 28. Dezember 2009

Warum VW in Indien keinen Erfolg haben wird

VW hat in Indien mit großem Tamtam ein neues Werk eröffnet. Als Teil der Medienkampagne wurden komplette Ausgaben der Tagespresse von der ersten bis zur letzten Seite mit VW Anzeigen versehen, dazu gehört auch Deutschunterricht für die indische Kundschaft. In der Pressemitteilung versteigt sich die (offensichtlich deutsche) Marketingabteilung sogar zu der Behauptung "The plant epitomizes the true essence of “Indian spirit meets German excellence”." Was soll das sein? etwa ein "Bindispiegel" statt des "Make-up Spiegels"? Oder vielleicht ein Dachhimmel mit Teppichfransen und Spiegelchen?
Allerdings ist z.B. der Golf vollkommen untauglich für den indischen Markt, wie man direkt nach dem Einsteigen feststellen kann:


Das Problem? Die Hupe ist in der Mitte des Lenkrades angebracht. Diese Position eignet sich lediglich für ein deutsch-belehrendes TUUUUT!, für ein indisch-entspannt kontinuierliches tüt-tüüt-tüt-tüt ist die Hupe viel zu weit von der Daumenwurzel entfernt, die auf dem Lenkrad ruht und die Hupe ohne großen Aufwand betätigt - vollkommen ungeeignet für die indischen Fahrgewohnheiten.

Und so wird sich eine milliardenschwere Investition in einem indischen Hupkonzert auflösen...

Montag, 14. Dezember 2009

Indien auf dem Weg ins 21. Jahrhundert

Vor ein paar Tage bat ein Mitarbeiter um ein paar Tage Urlaub wegen "persönlicher Angelegenheiten". Heute morgen kam er wieder ins Büro, frisch verheiratet: Die Hochzeit fand gegen den Widerstand der Brauteltern statt: Braut und Bräutigam gehören verschiedenen Kasten an. Als "Gupta" gehört der Bräutigam zwar zur höchsten Kaste der Brahmanen, die Braut ist aber als Manglik an einem Tag geboren, als der Mars im zweiten, vierten, siebten, achten oder zwölften Haus des Aszendenten stand und somit eine tödliche Gefahr für einen nicht-Manglik Ehemann - so sehen es zumindest die konservativen Brauteltern. Möglicherweise habe ich nicht Alles richtig verstanden, die Brauteltern haben aber ihre Tochter verstoßen und wollen nichts mehr mit ihr zu tun haben.

Alles Gute für die Jungvermählten, egal was der Mars sagt!

Sonntag, 13. Dezember 2009

Montag, 23. November 2009

Tigerpirsch

In der Nähe von Kajuraho liegt der Panna Nationalpark. Bei der letzten Zählung gab es dort noch mehr als 30 Tiger. Die Luft ist für Bewohner von Delhi ungewohnt frisch, und ohne das permanente Hupkonzert kann man sogar Vögel singen hören. Die beste Zeit zur Beobachtung von Tigern ist am frühen Morgen, kurz nach Sonnenaufgang. Und nachdem wir den Park kreuz und quer durchsucht hatten, kam die Belohnung: Im hohen Gras kaum zu erkennen, aber der schwarz-gelbe Ringelschwanz verriet ihn (oder sie?): Ein Tiger!!

Noch mehr Tigerfotos gibt es hier:

Mittwoch, 18. November 2009

Kunstgeschichte

In der Mitte Indiens liegt Khajurao. Dort haben vor 1000 Jahren die Chandelas Dutzende von Tempeln errichtet. Warum sich die Chandelas ausgerechnet Khajurao aussuchten, hat sich im Laufe der Jahrhunderte verloren. Heute sind die Tempel eine Attraktion für alle Indienreisenden - von allen Besuchern wird die herausragende Handwerkskunst der Erbauer gelobt, die mit großer Liebe zum Detail Szenen aus dem Alltag darstellten:

Für manche Besucher sind die Darstellungen "lehrreich", wer hätte gedacht, daß Pferde nicht nur zum Reiten genutzt wurden:

Für die kunstgeschichtlich interessierten Leser gibt es hier noch weitere plastische Darstellungen:

Frischluft

Es ist Winter in Delhi, die Temperaturen steigen tagsüber nur mit Mühe über 25 Grad, nachts fallen die Temperaturen bis auf 15 Grad. Neben den Temperaturen hat sich aber auch die Luft verändert: es riecht nach Winter. Winter? Riechen? Wer in den 90er Jahren in Osteuropa war, weiß wovon ich rede: ein leicht fauliger Geruch, verbunden mit trüber Sicht in Bodenhöhe.

Die durchschnittliche Feinstaubbelastung in Delhi liegt bei über 200µg, bei 50µg können deutsche Städte Fahrverbote verhängen. Aber ab April wird alles besser: Dann gibt es in Delhi nur noch "Ultra low Sulphur Diesel", dessen Schwefelgehalt nur noch 50 ppm (parts per million) betragen soll. Im Vergleich zu den heute üblichen 350 ppm hört sich das nach einer großen Verbesserung an - der internationale Grenzwert liegt allerdings bei 15 ppm...