Mittwoch, 17. Dezember 2008

ein Scherz?

Das ist ja wohl nicht ernst gemeint.



Also, wenn ich am Freitag komme, erwarte ich entweder -5Grad und Schnee oder +18 Grad, beides natürlich mit blauem Himmel. Das kann doch nicht so schwer sein? Gebt Euch mal ein bißchen Mühe!

Ich helfe dann auch gerne beim Verzehr von Weihnachtsplätzchen :-)

Sonntag, 14. Dezember 2008

Bratwurst

23 Grad, blauer Himmel über Delhi - ideale Voraussetzungen für einen Besuch auf ... dem Weihnachtsmarkt!

Die deutsche Schule in Delhi veranstaltet jedes Jahr am zweiten Advent einen Weihnachtsmarkt auf ihrem Gelände. Inzwischen ist die Veranstaltung fest etabliert im Kalender der westlichen Expatfamilien und einer zunehmenden Zahl von indischen Familien. Wo kann man denn sonst Fotos mit dem Weihnachtsmann machen? Inzwischen habe ich auch gelernt, daß immer mehr indische Kinder auf Weihnachtsgeschenken bestehen. Die indische Vorliebe für reich dekorierte Feste hat offensichtlich nur auf Weihnachtsbaumkugeln, glitzernde Girlanden und klingelnde Glöckchen gewartet.
Für die Expats gibt es aber einen ganz handfesten Grund für einen Besuch: Es gibt Bratwurst! und Krombacher vom Faß!

Montag, 8. Dezember 2008

Indien trainiert für die WM


Da staunt sogar der Kaiser!

Montag, 1. Dezember 2008

My big fat Indian wedding

Nun gut, technisch gesehen war es nicht wirklich meine Hochzeit, aber am Samstag war ich auf der Hochzeit eines Kollegen eingeladen. Die Eltern waren der Meinung, daß es mit 25 endlich Zeit würde zu heiraten - auch für gut ausgebildete Inder ist es ganz natürlich den zukünftigen Ehepartner von den Eltern auswählen zu lassen. Die Sonntagszeitungen sind voll mit Anzeigen wie "ehrenvolle Eltern suchen für ihren gutaussehenden Sohn/Tochter, Jahreseinkommen x tausend Rupien..." - aber das ist ein Thema für einen anderen Eintrag.

Der erste Eindruck: Das wird laut! Eine mobile Diskothek ersetzt die früher übliche Kapelle, die Stromversorgung kommt vom mobilen Stromaggregat.

 
Der zweite Eindruck: Das wird bunt! Die Damen sind in Saris gehüllt, der Bräutigam sitzt auf einem geschmückten Schimmel (Hat da jemand Prinz Karneval gerufen?)



Der dritte Eindruck: Das ist laut und bunt! Die Verwandschaft des Bräutigams begleitet ihn auf dem Weg vom Tempel zur eigentlichen Hochzeit. Auf die Frage ob das denn nicht gefährlich sei, mit dem Pferd im indischen Straßenverkehr zu reiten, ist die Antwort nur: Wieso, wir tanzen doch drumherum. Na denn.


Wir durften bei der Zeremonie mit dabei sein, sozusagen als Ehrengäste. Das Ganze ist irgendwie - lebhaft: es wird palavert, telefoniert, gelacht. Die Braut, zunächst in einem weißen Sari gekleidet, wird nach der ersten Zeremonie umgezogen und nimmt dann gemeinsam mit dem Bräutigam die Glückwünsche entgegen.



Wenn die Braut nicht vor Freude strahlt, hat das einen ganz einfachen Grund: Sie darf am Tag ihrer Hochzeit weder Essen noch Trinken, und das reichbestickte Hochzeitsgewand wiegt 20-30 Kilo!

Die Hochzeit fand übrigens, wie in Indien üblich, im engsten Familien- und Freundeskreis statt: 1000 Gäste fanden sich auf dem fußballfeldgroßen Festgelände ein. Die Damen trugen ihre besten Saris, bunte Bangles klapperten an den Armen, Fußkettchen klingelten bei jedem Schritt und es wurde Alles gezeigt was die heimische Schmuckschatulle hergab - und das war nicht wenig. Bei den Herren gab es hingegen einige Stilbrüche: Strickjacken sind ja so bequem...



Was mich aber am meisten überrascht hat, war die Freundlichkeit und Offenheit mit der ich als vollkommen Fremder empfangen wurde. Der Vater war voller Stolz über den Besuch aus der Ferne, die Onkels des Bräutigams kamen reihenweise zu mir und bedankten sich für meinen Besuch. Ob ein Besucher aus Indien in Deutschland wohl genauso empfangen würde?

Hier geht es zur Diashow:

Mittwoch, 26. November 2008

Begriffe des Alltags: "dicht"

Dicht - laut Wikipedia bezeichnet "dicht" in der Technik ein Bauteil oder System, das gegen unerwünschte Stoffe undurchlässig ist. Beim Blick auf meine Balkontüren und Fenster stellt sich jetzt nur noch die Frage, für welche unerwünschten Stoffe diese denn undurchlässig sein sollen. Staub, Regen und Insekten scheinen auf jeden Fall nicht dazuzugehören:

 

Sonntag, 23. November 2008

Danach...

Die letzten Tage waren eine wahre Achterbahnfahrt der Ereignisse und Emotionen: Sobald die Presse mitbekommen hatte, daß Sorab für eine angesehene "MNC" (Multinational Company) gearbeitet hatte, stürzte sie sich auf den Fall. Übertragungswagen der Privatsender tauchten vor dem Krankenhaus und unserem Büro auf, die Tageszeitungen brachten es auf der Titelseite: "Wer ist schuld an Sorabs Tod?" lautete der Tenor.
 
Von der Presse gedrängt, nahm die Polizei die Ermittlungen auf. Unsere Mitarbeiter sahen sich plötzlich mit der Möglichkeit einer Anklage wegen fahrlässiger Tötung konfrontiert - nur weil sie Kuchen bestellt hatten. Die indische Justiz ist zwar weitgehend frei und unabhängig, ein Verfahren kann sich aber über Jahre hinziehen und der Ausgang ist vollkommen offen. 

Am Samstag kam die Polizei und unterhielt sich mit einigen unserer Mitarbeiter, offensichtlich handelte es sich für die Polizei nur um eine Pflichtübung und die Gespräche verliefen entspannt - was bei der indischen Polizei nicht immer der Fall ist. Möglicherweise hatte die Anwesenheit der Firmenanwälte eine beruhigende Wirkung auf die Gemüter.

Später besuchten wir die Eltern und gedachten Sorab gemeinsam in Stille.

Mittwoch, 19. November 2008

Sorab

Was als harmloser Pausenspaß gedacht war, nahm einen tragischen Verlauf: Bei einem Kuchenwettessen in unserem Büro stopfte Sorab mehrere Stücke Crèmekuchen in zwei Minuten in sich hinein. Fünf Minuten später wurde er leblos auf der Toilette gefunden, bei der Ankunft im Krankenhaus konnte nur noch sein Tod festgestellt werden. Sorab wurde 22 Jahre alt.

Keine Schlußpointe heute

Montag, 17. November 2008

Begriffe des Alltags: "gerade"

Die Gerade: Im mathematischen Sinne die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten, zumindest im dreidimensionalen Raum. 

Ob diese Hecke vielleicht in der vierten oder fünften Dimension "gerade" ist, erschließt sich wahrscheinlich nur einem Nobelpreisträger der Mathematik - oder dem Gärtner:

Montag, 10. November 2008

Die fünfte Jahreszeit

Winterzeit, Hochzeitszeit - zumindest in Delhi. Und wenn dann auch noch Vishnu, der Alldurchdringende, der Erschaffer und Zerstörer alles Seienden, nach vier Monaten aufgewacht ist um Tulsi zu heiraten, gibt es kein Halten mehr: Am letzten Sonntag haben sich 17.000 Paare in Delhi das Ja-Wort gegeben, oder wie man hier sagt: den Knoten geknüpft. Alle natürlich im engsten Kreis von wenigen hundert Gästen - pro Hochzeit. Da kommt man schnell auf mehrere Millionen Hochzeitsgäste, zumindest in der Theorie. In der Praxis ist "Wedding hopping" angesagt, mit mehreren zu besuchenden Hochzeiten an einem Abend. Was wiederum  zu einem anderem Problem führt: gigantischen Verkehrsstaus über den ganzen Abend. 

Die Wedding Season geht übrigens noch bis in den Februar. Wahrscheinlich ist es nur ein Zufall, daß in Deutschland jetzt die närrische Zeit beginnt...

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Feinstaubverordnung

Indien - voller Überraschungen: So bin ich heute bei der Zeitungslektüre über den Begriff "respirable suspended particulate" ("Feinstaubpartikel") gestolpert. 

Unter der Überschrift "Ein grüneres Diwali" verkündeten die städtischen Behörden voller Stolz, daß die Feinstaubkonzentration in Folge des Diwali-Feuerwerks im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte gesunken ist und gestern "nur" noch 323 Mikrogramm betrug, statt 670 Mikrogramm im Jahr 2007.

Zum Vergleich: Ab einer Konzentration von 50 Mikrogramm können deutsche Städte ein Fahrverbot verhängen.